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Morgens um 3.30 Uhr aufstehen? Da ist man erst mal fertig. Alle anderen die uns in unserer Gruppe begleiten werden um 7.15 Uhr abgeholt.
Das kommt uns etwas seltsam vor, aber so war es bisher immer. Wir beide allein.

Als unser Taxi pünktlich um 4.30 Uhr am Hotel eintrifft, können wir noch nicht ahnen wie der Tag verlaufen soll.

Die Strassen auf dem Weg zum Flughafen sind fast leer, etwas düster wirkt alles. Ein paar Nachtschwärmer sind immer unterwegs.

Am Flughafen angekommen, beginnt es zu regnen, es hat um die 23°C.
Unsere Reiseleiterin empfängt uns auf das Herzlichste, wir sollen gleich unsere Gepäck aufgeben. Wir fliegen mit der 1. Maschine um 6.00 Uhr, alle anderen kommen mit der nächsten Maschine nach. Flughafengebühren sind noch zu zahlen, 16000 Bolivar pro Person. (3 Euro)
Es ist aber noch gar keiner da, um diese Gebühr abzugeben. Als endlich 3 Frauen ihr Büro betreten, wird zunächst das Geld nachgezählt, in aller Ruhe, danach öffnet sich der Schalter.

Danach gibt es Probleme, der Flieger ist überbucht, genau 1 Peron ist zuviel. Und das wird die Reiseleiterin sein.
Wir erhalten genaue Anweisungen:
"Sie fliegen mit dieser Maschine allein nach Maturin, auf dem dortigen Flughafen warten sie, bis ich mit der 2. Gruppe dort gegen 9.00 Uhr eintreffe. Verlassen sie nicht das Flughafengebäude, gehen sie mit niemandem mit".

Wir haben alles verstanden und sind begeistert?!
"Nicht vergessen, auf dem Flughafen warten". 
Klar doch!
Die Maschine fasst nur 14 Personen, da schon eine tschechische  Gruppe mit 12 Personen mitfliegt, bleibt nur Platz für uns beide.





Der Flug auf das Festland dauert eine Stunde, noch nie sind wir vorher mit so einer kleinen Maschine geflogen. Jeden Windstoß merkt man!
Sonnenaufgang inklusive erreichen wir Maturin mit einer perfekten Landung.
Die Gruppe aus Tschechien verabschiedet sich von uns, wir setzen uns in die Eingangshalle. Es dauert keine 5 Minuten, als ein älterer Herr erscheint, und uns auf spanisch etwas erzählt. Alles was wir verstehen ist Taxi und Camp. Wir bestehen darauf hier sitzen zu bleiben.
Auf die Frage nach Kaffee lächelt er und führt uns durch die Kontrollen hindurch zur Abflughalle. In Deutschland sicher undenkbar. Wir laden ihn ein, der beste Kaffee seit dem wir in Venezuela sind. Er wiederholt seine Worte "Taxi" und "Camp".
Als später ein junger Mann die Halle betritt, bietet sich die Möglichkeit zum Übersetzen. Er kommt aus Deutschland, spricht sehr gut spanisch.
Wir sollen in ein Taxi einsteigen, dieses bringt uns dann zu einem Treffpunkt, ca. 1 Stunde von hier. Die andere Gruppe kann nicht mehr hier landen, weil der Flughafen zugemacht wird. Warum? Der Präsident von Venezuela kommt heute nach Maturin, und keiner darf mehr starten oder landen.
Langsam wird uns unbehaglich dabei, erst sollen wir den Flughafen nicht verlassen, dann sollen wir mit dem Taxi zu einem Treffpunkt fahren nach Monages am Rio Morichal fahren.
Was würden Sie jetzt tun?
Trotz allem, wir steigen ins Taxi und fahren mit. Vorbei an 5 Polizeikontrollen, der Präsident wird offensichtlich gut beschützt, gelangen wir auf einer gut zu befahrenen Strasse zum Treffpunkt.


Das wir hier fast 5 Stunden zubringen werden und wir am Ende froh sind, als endlich der Bus kommt, kann man sich ausmahlen. Es ist nun einmal Venezuela und nicht Deutschland. Und es wurde doch überall vor der Kriminalität gewarnt.
Und das man eine geführte Rundreise mit Geld und Kamera und Gepäck macht, ist eigentlich verständlich. Aber wer weiß schon, welche düsteren Gestalten hier so kommen und gehen. Doch, dies sei vorweggenommen, wir bleiben von all dem verschont.

Gegen Mittag erscheint ein ein junger Mann, der sich als Campleiter zu verstehen gibt. Er lädt uns zum Bier ein, und empfiehlt uns, für den etwaigen Regen- schließlich sind wir im Regenwald- eine Plastiktüte als Schutz mitzunehmen. Auch das erweißt sich das richtige Entscheidung.

Zwischenzeitlich habe ich unsere Ansprechpartnerin telefonisch auf Margarita erreicht, nachdem ich der Kioskbesitzerin zu verstehen gegeben habe, dass ich das Telefonat bezahlen werde. Mit Händen und Füßen. mit etwas Spanisch (Teléfono,Número) schreibt sie mir die Telefonnummer von hier auf, somit kann ich auch zurückgerufen werden.

Am Telefon erhalte ich dann die präzisen Angeben über den weiteren Verlauf. Die anderen sind nach Ciudad Bolivar geflogen, das liegt 3 Stunden Busfahrt von hier entfernt.
Jetzt können wir uns selbst ausrechnen wann der Bus hier eintreffen wird. Mittlerweile erhalten wir Rabatt auf alles was wir kaufen. Es ist gegen 13.00 Uhr und es kommt uns nicht mehr ganz so fremd vor.
Mehr Eindrücke kann man auch nicht beschreiben, und als nach 2 Uhr der Bus ankommt, fallen uns mehrere Steine vom Herzen!

Gepäck ins Boot umladen, einsteigen und weiter geht die Fahrt auf dem Fluss ins Camp.

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