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Das balinesische Neujahrsfest "Nyepi" fand am 19.3.2007 statt. Immer einen Tag nach Vollmond. Es beginnt bereits einige Tage vorher mit Zeremonien bei denen die Geister beschworen werden.

Es werden Opfergaben gebracht die entweder zu den unzähligen Tempeln oder auf das Meer gebracht werden. Alle tragen Kostüme und Trachten, die Männer meist in weiß, die Frauen sehr bunt. Figuren, viele stellen die Geister und Dämonen dar, werden zur Schau getragen. Alles sehr farbig.

Der Ablauf und die Bedeutung bleiben uns als Besucher im Verborgenen. Alles wirkt fremd. Dennoch kann man sich den Feierlichkeiten bis auf wenige Meter nähern. Wir sind herzlich willkommen. Fotografieren ist erlaubt, dennoch frage ich vorher immer wieder nach.



Die erste Zeremonie bietet sich uns 2 Stunden nach Ankunft. Direkt am Strand. Die Opfergaben werden in ein kleines Boot gebracht. Alle sind überaus fröhlich. Ein Mann wird wie in Hypnose zum Wasser gebracht, er schüttelt sich, ist verkrampft. Nach 5 Minuten steht er wieder auf als wäre nichts passiert. Seltsam. Unter den Bäumen 30m vom Wasser entfernt, sitzen mehrere Männer. Sie spielen auf einheimischen Instrumenten ein scheinbar immer wiederkehrende Melodie. Diese Melodie wird uns 14 Tage verfolgen. Wie anderen Urlaubern hat auch uns diese Musik "begleitet". Ich habe versucht die Melodien mitzupfeifen, oder aber einen Rhythmus zu entdecken- Fehlanzeige. Nach 30 Minuten Zeremonie brechen plötzlich alle auf, nehmen Musikinstrumente, Figuren, Kinder zusammen und marschieren in das Dorf zurück. Wir schauen uns verblüfft an, mitgehen? Mitgehen! Durch eine Art Park- stark zugewachsen- am Tempel vorbei in Richtung Straße. Wir kommen kaum hinterher. Nächste Kurve alle nach rechts und weg ist der Zug. Später erfahren wir, dass in den nächsten Tagen noch viel mehr solche Feiern stattfinden. Die größte von allen sei am Montag, 19. März, direkt vor unserem Hotel. Eine andere findet am Ende der Halbinsel statt, direkt am chinesischen Tempel.

Montag Abend machen wir uns dann auf. Wir wollen nicht am Hotel warten und entscheiden uns ans Ende der Halbinsel zu laufen. Zwischen 6 und 7 Uhr soll es losgehen, Wenn die Sonne untergegangen ist. Der Weg bis dorthin zieht sich, bei den hohen Temperaturen kommt einen der Weg doppelt so lang vor.


Sonne weg? Los geht's. Alle Figuren sind auf Bambusgestellen befestigt. An jedem Gestell finden sich etwa 15 Träger ein. Gestell anheben und vor und zurück. Und wieder rauf und wieder ab. Unter Geschrei und Gelächter werden die Figuren in Richtung Dorfplatz getragen. Jede Figur stellt einen anderen Geist dar. Es ist ein Wettbewerb, wer die schönste Figur gebaut hat. Jede hat eine Nummer.



Auf dem Dorfplatz angekommen beginnt der Wettbewerb von vorn. Alle tragen Ihre Figuren wieder am Publikum vorbei. In der Mitte steht jemand mit Mikrofon und gibt Anweisungen. Ziemlich laut. Wir verstehen kein Wort, müssen nachfragen. Ein junger Mann bestätigt aber unsere Vermutungen. Eine Art Wettkampf. So sei es. Unser Sieger steht eindeutig fest. Eine große rote Figur zieht getragen von vielen jungen Männern an uns vorüber. Ganz vorn auf dem Gestell steht eine kleinere Figur, die sich plötzlich bewegt und herunter springt. Was, der ist ja echt! Genial.

Wir brauchen uns keine Mühe zu geben mit den Menschen in Kontakt zu kommen. Sie kommen auf uns zu und sprechen uns an. Woher, wie lange bleibt ihr, wie lange fliegt ihr, kommt ihr mal wieder? Schnell ergeben sich Gespräche, das Lachen kommt allein dazu. Ob wir wissen, dass morgen den ganzen Tag Ruhe auf der Insel herrscht und das es kein Licht am Abend gibt. Wissen wir, nur nicht vorstellen das sich alle daran halten- vorab- alle werden sich danach richten.

Eine Figur soll den Reisgott beschwören, In der Hand hält er einen Sack gefüllt mit Reiskörnern. Während die Figur getragen und geschüttelt wird, fallen Körner aus dem Sack heraus. Je mehr, desto besser. Die Menge jubelt, schreit. Das das Figur 5 Minuten später zu Bruch geht nehmen alle in Kauf. Auch derjenige, das sie gebaut hat. Er strahlt, erklärt uns das er sie entworfen hat. Nach cirka 2 Stunden ist das Spektakel zu Ende. Was für ein Erlebnis!



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